Griechenland

Der griechisch-orthodoxe Glaube ist - wie jeder religiöse Glaube - ein seltsames Gespinst. Menschen tun im religiösen Namen seltsame Dinge. Sie massakrieren einander oder machen sinnlose genormte Bewegungen oder sie verharren einfach für ein paar Jahre regungslos auf einem Bein, wie es zum Beispiel vereinzelt bei hinduistischen Sadhus vorkommt. Nicht selten aber bringt der Glaube künstlerische Leistungen von beeindruckender Aura hervor. Dabei sind die kreativen Leistungen der Gläubigen oft unberechtigterweise unterschätzt gegenüber den offiziellen von kirchlicher Seite. Jene von Kirchen bestellte Kunst ist oft bloß ein routinierter Aufguss aus Auftragskitsch und Blasphemie, was Gläubige aber fabrizieren, hat oft beträchtliche surreale Kraft. So ist es auch in Griechenland, wo die Gläubigen Kästen am Straßenrand verrotten lassen, um die Lebenden darauf hinzuweisen, dass alles Materielle dem Zahn der Zeit unterworfen ist. Wunderbar!